Wegen der anhaltenden Hungersnot im 19. Jahrhundert verließ fast die Hälfte der irischen Bevölkerung das Land. Die wirtschaftliche Lage verbesserte sich erst mit dem EU-Beitritt und seit 1996 gibt es sogar mehr Ein- als Auswanderung – auch in Limerick. Die drittgrößte Stadt Irlands investiert allerdings nur wenig in kulturelle Integrationsprojekte. Mangels öffentlicher Finanzierung mussten sogar die unabhängigen Programmkinos schließen. Filme abseits des Mainstreams wurden nur noch einmal pro Woche im Belltable Arts Centre gezeigt.
Genau dafür konzipierte die WochenKlausur eine Reihe mit dem Namen Belltable Open. Bei freiem Eintritt sollte einmal im Monat ein preisgekrönter Film aus einem Herkunftsland der neuen Communities gezeigt werden. Um die Filme kostenlos zur Verfügung gestellt zu bekommen, verhandelte die WochenKlausur mit Verleih- und Produktionsfirmen auf der ganzen Welt.
Die Reihe startete am 31. Mai 2006 mit dem Film „Oda do Radości", der die Folgen des Brain Drains durch Abwanderung polnischer Intellektueller thematisiert. Weitere Abende wurden von Zugezogenen aus Rumänien, dem Kongo, China, Ungarn, Litauen, Russland, Südafrika programmiert. Auch die irische Traveller Community beteiligte sich am Programm. Damit auch Interessierte aus Flüchtlingsheimen an den Veranstaltungen teilnehmen konnten, organisierte die WochenKlausur einen Shuttle-Dienst. Zudem organisierten die Kulturvereine der jeweiligen Länder Diskussionen zur politischen Lage ihrer alten Heimat.
Aufgrund des medialen Interesses und der regen Teilnahme an den ersten Veranstaltungen finanzierte die Stadt schließlich eine Koordinatorin, die das Programm im Belltable Arts Centre nach dem Aufenthalt der WochenKlausur fortführte.
Team: Mark Carberry, Seraina Dejaco, Claudia Eipeldauer, Christian Gmeiner, Katharina Liebert, Siobhan Ryan, Daniel Vais
Eröffnung der Filmreihe
Programmflyer